Konzept des fachdidaktischen Anteils am Lehramtsstudium Deutsch 

 

Die Fachdidaktik hat in den modularisierten Lehramts-Studiengängen einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Durch den verstärkten Praxisbezug können die Studierenden frühzeitig erkennen, ob ihre Vorstellungen vom Lehrerberuf mit der Realität des Schulalltags übereinstimmen, und ihre Studienentscheidung überprüfen. Außerdem bereitet das Studium auf den Zweiten Ausbildungsabschnitt, das Referendariat, vor. 

 

Das fachdidaktische Studium beginnt mit der Einführungsveranstaltung „Grundlagen der Fachdidaktik Deutsch“ (Modul FD2N). Sie sollte vorzugsweise im 1. oder 2. Semester besucht werden. Hier erhalten die Studierenden einen Überblick über die Fachdidaktik als wissenschaftliche Disziplin an der Universität und über das Fach Deutsch im zukünftigen Berufsfeld Schule. Der erfolgreiche Abschluss von Modul FD2N ist eine Voraussetzung für die Teilnahme am Semesterbegleitenden Praktikum (Modul FD3) und an den Proseminaren zur Fachdidaktik.  

 

Es gibt zwei verschiedene Formen von fachdidaktischen Praktika: das Semesterbegleitende Praktikum (FD3) und das Fachdidaktische Blockpraktikum (FD4).  

Das Semesterbegleitende Praktikum kann, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, ab dem 3. Semester belegt werden. Es findet während eines Semesters am Mittwochvormittag in einer Schule statt und wird durch eine parallele Veranstaltung an der Universität am Mittwochnachmittag begleitet. Es dient dazu, erste Erfahrungen mit Unterrichtsplanung und -durchführung im Fach Deutsch zu machen, indem Unterricht nach bestimmten Kriterien beobachtet wird und einzelne Stunden geplant, gehalten und ausgewertet werden. Es ist Voraussetzung für die Teilnahme am fachdidaktischen Blockpraktikum (FD4).  

Das Fachdidaktische Blockpraktikum findet in der vorlesungsfreien Zeit statt. Die Studierenden haben die Gelegenheit vier Wochen lang am Leben einer Schule teilzunehmen. Im Fach Deutsch sollen sie eine erste Unterrichtsreihe über mehrere Stunden planen, durchführen und auswerten. Eine vor- und nachbereitende Veranstaltung an der Universität vermittelt die notwendigen Kompetenzen.  

 

Nach dem erfolgreichen Abschluss von Modul FD2N „Grundlagen der Fachdidaktik Deutsch“ können (wenn die fachwissenschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sind) auch Proseminare zur Fachdidaktik belegt werden. Es gibt zwei verschiedene Typen von Proseminaren: Proseminare zur Sprachdidaktik (Teil der Module P und P7) und Proseminare zur Literaturdidaktik (Teil der Module H und H5). 

Diese vertiefen Inhalte aus der fachdidaktischen Grundlagenveranstaltung und verbinden Fachwissenschaft und Deutschunterricht in der Schule. Idealerweise können die dort gewonnenen Erkenntnisse und erworbenen Fähigkeiten in den beiden fachdidaktischen Praktika im realen Schulkontext erprobt werden.  

 

Ergänzend gehört zum fachdidaktischen Lehramts-Studium ein Modul aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache (Modul T). Auch diese Teildisziplin der Germanistik befasst sich mit fachdidaktischen Fragestellungen. Sie bietet eine vertiefende Beschäftigung mit einem wichtigen Aspekt der schulischen Praxis, dessen Bedeutung mehr und mehr wächst: mit dem Phänomen der Mehrsprachigkeit

 

Das Studium wird dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen, das aus einer mündlichen Prüfung mit fachwissenschaftlichem und fachdidaktischem Anteil besteht.